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Mistras - Zu Gast bei den „Despoten“
Ein faszinierender Ausflug in das Griechenland des Spätmittelalters

Nur sieben Kilometer westlich von Sparta, im Herzen des Peloponnes, liegt Mistras - eine der größten Sehenswürdigkeiten Griechenlands und heute Bestandteil des UNESCO-Weltkulturerbes. Hier erleben Besucher, im spannenden Gegensatz zu den vielen Bauwerken des klassischen Griechenlands an anderen Orten, anschaulich eine mittelalterliche Stadt und Festung. Sie stammt überwiegend aus byzantinischer Zeit.

Die Geschichte von Mistras beginnt erst im 13. Jahrhundert, als fränkische Kreuzfahrer an den Hängen des Taygetos-Gebirges eine Festungsanlage bauten.Von hier aus beherrschten sie etwa zehn Jahre lang den Süden Griechenlands. Ab 1263 eroberten dann die Byzantiner den südlichen Peloponnes zurück und machten Mistras zum kulturellen und geistigen Zentrum des spätbyzantinischen Reichs. Damals hatte die Stadt nahezu 50.000 Einwohner und beeinflusste durch humanistisches, aufgeklärtes Gedankengut und fortschrittliche Kunstwerke den Mittelmeerraum. Ihre einflussreichen Statthalter, die oft der Kaiserfamilie entstammten, trugen den Titel „Despotes“. Später folgten türkische und venezianische Herrscher in der wechselvollen Geschichte der Stadt.

Die heutigen Reste von Mistras gliedern sich in drei Bereiche: das Kastro (die Burg fränkischen Ursprungs auf dem Hügel), die Oberstadt (chora) und die Unterstadt (kato chora). Vom oberen Eingang gelangt man rechts zur fränkischen Burgruine, die einen prächtigen Rundblick auf die Ebene von Sparta und den Peloponnes bietet. Links dagegen liegt der riesige Despoten-Palast der Byzantiner. Prachtvoll und bunt war das Leben einst hier unter den kaiserlichen Statthaltern. Später, während der Türkenherrschaft, wurde der Palast mit einer Moschee, einem Harem und einem Basar ausgestattet.

Bergab gelangt man durch das Monemvasia-Tor in die Gassen der Unterstadt. Im Pantanassa-Kloster aus dem 14. Jahrhundert ruft noch heute die Glocke einige Nonnen zum Gebet. Die wunderschönen, farbenfrohen Fresken hier, beispielsweise die „Erweckung des Lazarus“, sind eindrucksvolle Beispiele spätbyzantinischer Kunst. In Mistras gibt es noch weitere Kirchen, die außen mit ihren Kuppeldächern und erlesenem Fassadenschmuck schon orientalische Üppigkeit ausstrahlen. Die besten Maler Konstantinopels kamen einst hierher, um jede der Kirchen, wie die Peribleptos-Kirche, die Afendiko-Kirche oder die Metropolis-Kirche innen mit einem einzigartigen „Bildprogramm“ zu schmücken. Dabei entstanden im 14. und 15. Jhd. Bilder von ganz ungewohnter Farbigkeit und Lebhaftigkeit der Gesichter.

Die Inspiration für ihre Motive haben sich die Künstler damals wohl im pulsierenden Leben von Mistras geholt, wo ein buntes Völkergemisch aus Kaufleuten, Adligen, Soldaten, Mönchen und Handwerkern die Straßen belebte. Einen Hauch dieser längst vergangenen Zeit spüren die Besucher noch heute. Das macht den berührenden, fremdartigen Charme von Mistras aus.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
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