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Silvester und Neujahr in Griechenland
Griechische Traditionen

Silvester wird auch in Griechenland gefeiert allerdings  kaum mit Feuerwerk, allein schon der Brandgefahr wegen. Viele Familien gehen aus und feiern das neue Jahr in Tanzlokalen oder treffen sich mit Freunden wie auch in Mittel- und Nordeuropa üblich.
 

Glücksspiel an Silvester in Griechenland

Die Woche zwischen Weihnachten und Silvester wird sehr viel "gezockt", also allerlei Glücksspiel wie Karten und Würfel, bis zu Casinobesuchen. Leider haben die griechischen Spielcasinos Hochkonjunktur und allgemein floriert das Geschäft mit Glücksspielen das ganze Jahr. Im laufe der Jahre hat es sich schon gebessert. Ich kann mich als Kind noch daran erinnern wie die Kafenion in reine Spielhöllen verwandelt wurden (obwohl auch damals das unkontrollierte Glücksspiel verboten war). Sogar wir Kinder bekamen von den Eltern Kleingeld oder hatten es beim Kalanda singen gespart um heimlich auf Baustellen oder Kinderzimmern Karten zu spielen. Beliebtestes Spiel war Black Jack.
Nicht wenige Familien wurden durch die daraus entstandene Spielsucht in den Ruin getrieben, denn viele waren angesteckt und (ver)spielten das ganze Jahr ihr Hab und Gut.
Ich kannte erfolgreiche und sonst intelligente Geschäftsleute die aber der Spielsucht verfallen waren und sich spätestens an den Wochenenden heimlich in Hinterzimmern trafen um die Einnahmen zu verspielen, in der Hoffnung doch irgendwann mal groß abzuräumen.

Der Ursprüngliche Gedanke war, an Silvester beim warten auf das neue Jahr für das Glück zu spielen, so wie in Deutschland Blei gegossen wird. Es wurden früher aber eher Kastanien oder Bohnen gesetzt und nicht Geld.

Noch heute sind viele dem Glückspiel verfallen, meist aber mit den verschiedenen Lotterie, Toto und Wettspielen.

Neujahr in Griechenland (Protochroniá)

An Neujahr wird der heilige Vassílios (Ái Vassilis oder Àgios Vassilios) gefeiert, äußerliches Gegenbild des Heiligen Nikolaus in Europa und USA, mit weißem Bart und Roter Kleidung. Dann bekommen die Kinder auch ihre Geschenke im Strumpf obwohl die meisten Eltern heutzutage die Geschenke schon an Weihnachten verteilen.
Der heilige Vassílios hat aber keinen Knecht Ruprecht im Schlepptau.

Der heilige Nikolaus (Ágios Nikólaos) wird natürlich auch von den Griechen gefeiert am 6 Dezember, dieser ist jedoch der Schutzheilige der Seeleute und hat nichts mit dem rotgekleideten weißbärtigen Mann zu tun, der Geschenke verteilt
. Kein Schiff oder gar großes Boot das nicht eine Ikone des Heiligen Nikólaos an Bord hat.

Am Vortag, also 31 Dezember, gehen die Kinder von Haus zu Haus und singen wie vor Weihnachten die "Kalanta" ein spezielles Lied zur Ankündigung des Feiertages des heiligen Vassilios und des neuen Jahres. Sie werden wie üblich mit Gebäck, Süßem und Münzen belohnt.

Es wird von jeder Familie die Vassilópita, ein runder gebackener Kuchen, mit Puderzucker bestreut und mit einem eingeritzten Kreuz angeschnitten. Ihr wird immer eine Geldmünze beigemischt (Flourí). 
Es heißt das derjenige in dessen Stück die Münze gefunden wird, das ganze Jahr vom Glück begleitet wird. 
Der Anschnitt erfolgt in bestimmter Reihenfolge:
zuerst wird das Kreuz durchgeschnitten, dann ein Stück für Jesus - eins für den heiligen Vassilios - eins für das Haus - eins für die Armen - dann eins für jedes Familienmitglied vom älteren zum jüngsten einschließlich der abwesenden z.B. bei der Armee, der Seefahrt oder im Ausland.

Die Vassilópita wird auch von allen Organisationen, Verbänden, Vereinen, sogar der Regierung angeschnitten. Wegen der Termine oft bis in den März hinein.
In den meisten Familien wird die Vassilópitta noch gebacken, es gibt sie aber auch in der Konditorei fertig zu kaufen in verschiedenen Größen.
Der durchschnittliche Preis 2006 war 11 Euro pro Kilogramm.

Warum die Griechen eine Münze in die Vassilopita tun

Der heilige Vassilios, damals Bischof in klein Asien, hatte seinen Mitmenschen in schwieriger Kriegszeit geraten, all ihren Schmuck und alle Werte in Brote einzubacken, um sie so vor den feindlichen osmanischen Plünderern zu retten. Der Trick gelang meist - die wertvolle Habe war gerettet.

Der erste Januar ist in ganz Griechenland ein gesetzlicher Feiertag.

Hier ein Video mit "Kalanta" zum Neujahrs- und dem Heiligen Vassilios Fest

 

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